1966 – Das freie Knie

babs1Babsi Minibar sandte uns den folgenden Artikel, in dem sie einiges über ihre favorisierte Kleidung und die Mode in den 60ern erzählt. Auch die vielen, schönen Fotos stammen von ihr. Wir bedanken uns!
*
Da ich die Jüngste war, durfte ich die Kleider und Röcke meiner Schwester immer auftragen. Das war für mich normal, es ärgerte mich in keiner Weise.  Dazu kam, ich war nicht so dünn wie meine Schwester, die 5 Jahre älter war. So zogen sich die Sachen immer gut in die Breite und sie passten bestens, lach.

Da mein Vater durch eine Kriegsverletzung nicht seinen Beruf als Tischler ausüben konnte, sondern nur als Hilfsarbeiter eine Stelle hatte, war Geld knapp. Obwohl ich davon nichts mit bekam.
Meine Mutter hat so viel gestrickt, dass sie eine Nervenentzündung im Arm bekam. So kaufte mein Vater für sie eine Strickmaschine, Knittax genannt. Die Maschine kam zum Einsatz immer auf den Küchentisch. Wenn wir essen wollten, wurde sie oben auf den Küchenschrank gebracht.
babs2So ein Kostüm mit engem Rock wie oben auf dem Foto, sowas habe ich inzwischen gar nicht mehr, das war damals total IN. Aufgenommen im Stadtgarten Gelsenkirchen mit meiner Freundin Ulla, sie hatte wirklich schwarze Haare und leichte Wellen..
Genau so IN waren damals auch die Hosenanzüge. Hier zu sehen auf der Fähre auf der Mosel.

Und hier nochmal die Mosel, mit Burg Beilstein im Hintergrund. Ich trage einen kurzen Rock und eine bunte Bluse mit langen Ärmeln.babs3

 

irgendwie kam ich später über meinen Arbeitgeber an eine Kleiderfabrik, so hatte ich echt moderne Kleider für wenig Geld, das war genial.
Dieses Kleid mit dem langen Reißverschluss war rot.
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Da fällt mir ein, Hot Pants, die habe ich auch getragen, sogar zur Arbeit. Aber davon habe ich kein Foto.

 

babs4Auch dieses schöne hellblaue Minikleid war aus der Fabrik.

Jeans kamen dann später, aber sie waren nie so eng, dass ich sie immer zu bekommen konnte 😉

Ich besitze sogar heute noch zwei Röcke, die ich aber nie trage, einen vielleicht, wenn es sehr warm ist. Ansonsten trage ich nur noch Jeans.

Text und Fotos von Babsi Minibar

http://minibares.wordpress.com/

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5 Gedanken zu „1966 – Das freie Knie

  1. Sabine

    Hey, ein Minikleid mit langem Reißverschluß vorn hatte ich auch, aber es war knallig orange. Dazu trug ich kurze weiße Stiefel.

    Antwort
  2. Nikolai C.C. Schulz

    In diesem Zusammenhang möchte ich kurz das gemeinnützige Internetprojekt Memoro vorstellen, auf dem einige Beiträge über die 60-Jahre zufinden sind. Von Rainer Langhans, über Christa Ritter, Achim Bergmann, Prof. Dr. Thomas Raff und vielen mehr..

    Memoro – Die Bank der Erinnerungen e.V. ist ein gemeinnütziges Zeitzeugenarchiv der „Oral History“, gegründet 2008 in Italien, nun in 14 Ländern online. Wir zeichnen persönliche Erinnerungen von Menschen über 60 Jahren in einem oder mehreren kurzen Filmen von jeweils etwa drei Minuten auf Video auf. Im Idealfall fördert Memoro mit seiner Webseite den Generationendialog, indem z.B. Enkel ihre Großeltern interviewen und diese Clips bei uns auf der Seite veröffentlichen.

    Mit Hilfe von Memoro werden die Erfahrungen und Weisheiten Älterer aufbewahrt und an jüngere Generationen weitergegeben. Den Älteren wird die Möglichkeit der Reflektion über Vergangenes ermöglicht. Sie lernen eine weitere Facette des Internets kennen, indem sie den Zeitzeugen und deren Erlebnissen zuhören.

    MEMORO — Die Bank der Erinnerungen e.V.
    nikolai.schulz@memoro.org
    http://www.memoro.org/de-de/
    Tel: +49-89-95455453

    Antwort
    1. Annie

      Schöne Idee, so eine Datenbank. Ich wollte damals gerade mit meiner Mutter alles aufschreiben, an das sie sich noch erinnert…..und dann kam uns eine Hirnblutung dazwischen, von der sie sich nicht erholte. Alle Erinnerungen, die sie mir noch nicht erzählte, waren futsch. So etwas ist sehr schade.

      LG
      Annie
      http://www.retro-strick.de

      Antwort
  3. Peter M. Roese

    Hallo Annie,
    tut mir leid, das mit Ihrer Mutter. Ja, es ist schade, wenn diese Erinnerungen verloren gehen. Vielleicht haben Sie noch den einen oder anderen Verwandten, dem etwas zum Thema 60er Jahre einfällt.
    Alles Gute
    Peter M. Roese

    Antwort
    1. Niko

      Ja, so etwas habe ich in den sieben Jahren des MEMORO-Projektes öfters gehört…Wie so oft im Leben, wird einem der Wert mancher Menschen und Dinge erst bewußt, wenn sie nicht mehr da sind. Habe auch beide Eltern bereits verloren.
      Gruß aus München,
      Nikolai Schulz

      Antwort

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