„Kommentar zum Roman „Allgäu Sixties – Die 60er in Kaufbeuren und am Fliegerhorst“ von Peter M. Roese

roesemitbuch Herr Stephan Stracke, Abgeordneter für den Bundestagswahlkreis Ostallgäu, hat uns freundlicherweise folgenden Text zukommen lassen:

„Mit seinem Roman „Allgäu Sixties – Die 60er in Kaufbeuren und am Fliegerhorst“ hat Peter M. Roese ein unterhaltsames Werk mit einer gehörigen Portion Allgäuer Lokalkolorit vorgelegt. Der Roman handelt von einer Gruppe junger Burschen rund um den Soldaten Rossner, der in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts im Bundeswehr-Fliegerhorst der schwäbischen Stadt Kaufbeuren stationiert ist.
Mit viel Liebe zum Detail beschreibt der Autor, was Rossner mit seinen Kameraden alles erlebt; neben Treffen im Kaufbeurer „Ringcafé“ und Ausflügen nach Mindelheim, Füssen oder Marktoberdorf verschlägt es die Truppe zum Beispiel auch an den Bärensee.
Gewürzt wird die stellenweise kuriose Handlung mit Dialogen, bei denen kein Auge trocken bleibt: augenzwinkernd nimmt Roese so die Eigenheiten der Allgäuer, aber auch der Bundeswehr aufs Korn.

Zwischen den Zeilen wird aber klar, wie sehr der Autor – der früher selbst einmal als Mechaniker der Luftwaffe in Kaufbeuren stationiert war und seinem Protagonisten Rossner damit durchaus auch autobiographische Züge gegeben hat – nach wie vor an den alten Zeiten hängt.

Roese gelingt es, ein stimmungsvolles Bild der 60er Jahre zu zeichnen und den Leser von Beginn an tief in das Lebensgefühl der damaligen Zeit, mit all seinen politischen und gesellschaftlichen Zwischentönen, eintauchen zu lassen.
Der besondere Reiz des Romans liegt darin, bekannte und weniger bekannte Ausflugsziele und Orte des Allgäus durch die Augen des Soldaten Rossner zu betrachten und zu vergleichen, wie viel oder wie wenig sich im Vergleich zur heutigen Zeit dort verändert hat. Ich bin mir sicher, an diesem Buch werden nicht nur Einheimische ihre Freude haben!

Stephan Stracke, MdB“

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3 Gedanken zu „„Kommentar zum Roman „Allgäu Sixties – Die 60er in Kaufbeuren und am Fliegerhorst“ von Peter M. Roese

  1. Roland Rischawy

    Als der Beat die Jugend
    und die Welt veränderte

    Ein dreifach Hoch auf den Schriftsteller und Vollblut-Beatnik
    Peter Max Roese und seine fesselnde Erzählung über die
    Sechzigerjahre im Allgäu

    Von Roland Rischawy, Jahrgang 1951,
    verantwortlicher Redakteur der Frankenpost,
    Regionalzeitung für Oberfranken

    In den 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts vollzog sich ein soziokultureller Umbruch, wie es ihn bis dato nicht gegeben hatte. Die Geburt des Rock’n’Roll und des Beat mündete in eine gesellschaftliche Revolution – die neue Jugendkultur führte zu einem Riss durch die Generationen. Wie’s damals war, was die Jugend trieb und was sie umgetrieben hat: Das haben viele Zeitzeugen aufgeschrieben seither, im Internet wie in gedruckter Form. Es gibt Chronisten, die festgehalten haben, welche Bands auf regionaler Ebene, welche international angesagt waren, und es gibt jene Beatniks, die ihre Jugendzeit in Geschichten erzählen, im Reportagen-Stil.
    Zu ihnen gehört Peter Max Roese, einstiger Luftwaffen-Soldat, weitgereister Techniker und Projektleiter für öffentliche Unternehmen und Industriebetriebe, Schriftsteller und Afrikanistik-Experte. Der 1944 in Erlangen geborene und heute in Lautertal im Odenwald lebende Autor schildert in dem Buch „Allgäu Sixties“ auf liebenswürdig-humoristische Weise, in einer Mischung aus Fiktion, Autobiografie und Dokumentation, wie er die Zeit der Kulturrevolution als Bundeswehr-Rekrut und -Soldat auf dem Fliegerhorst in Kaufbeuren erlebt hat. Er schlüpft als Erzähler in die Rolle des Luftwaffen-Soldaten Rossner und nimmt den Leser mit auf einen Streifzug durch Soldaten-Alltag und Cliquen-Abenteuer außerhalb der Kaserne. Da ist von hanebüchenen Manöver- und Flugerlebnissen ebenso die Rede wie von Bräuten, die mal als Gewehr daherkommen und „G 1“ heißen und ein andermal als „scharfe Engländerinnen“ für diverse Geschlechtskrankheiten unter Rekruten verantwortlich sind. Auf seinem „Moospflänzchen“, wie Rossner seinen Hippie-Bus liebevoll nennt, steht „Make love not war“, und im Bärensee, dem „Liebesgrund“ des Allgäus, setzen die jungen Soldaten das Hippie-Motto reihenweise mit jungen Gast-Gespielinnen in die Tat um. Immerhin, so erfährt der sexualtechnisch versierte Leser, betrug zu jener Zeit Anfang der Sechzigerjahre in Kaufbeuren und Umgebung das Verhältnis hübscher Mädchen zu Soldaten 1 zu 7,534.
    Rossner füttert seine (echten) Mäuse Mao und Lumumba im Bus mit „Kupplungsscheiben“ (Vollkornbrot) und „Panzerplatten“ (Biskuits), und er gerät ins Staunen, als die Greifarme der Musikbox namens Wurlitzer seine Lieblingsscheiben in Stellung bringen und die Welt-Kracher von Gruppen wie Spencer Davis Group, Stones, Kinks, Small Faces und Bob Dylan erklingen. Roeses Erzählung nimmt den Leser gefangen, weil sie sich nicht auf einer Erlebnis-Ebene bewegt, sondern weil sie die gesamte Entwicklung beleuchtet, die (welt-)politische, die gesellschaftliche und die kulturelle. Durch die Diskussionen in der Clique der Soldaten-Lehrlinge werden wir an die Demonstrationen um den Schah von Persien und den Tod von Benno Ohnesorg ebenso erinnert wie an die Ohrfeige für Bundeskanzler Kiesinger, den Wirbel um das Hungerhaken-Modell Twiggy und an automobilistische Trends, die sich in Prototypen wie Opel Kadett, Ford 12 M und Opel Diplomat niederschlagen.
    Ein Flaggschiff des letztgenannten Modells fährt ein Stammkunde der Tankstelle, die Rossner und zwei seiner Kameraden nach der Bundeswehrzeit in Kaufbeuren betreiben. Als das Kleinunternehmen – auch wegen einer Straßensanierung, die dem Geschäft zuwiderläuft – in Schwierigkeiten gerät, lernt Rossner einen Mercedes-Fahrer kennen, der für ein Handelskontor in Hamburg arbeitet. Er holt den Luftwaffen-Soldaten a. D. und Technikexperten Peter M. Roese nach Nigeria, wo Rossner alias Roese die Maschinen eines deutschen Unternehmens wartet.
    Gerührt verrät der Autor in der Schlusspassage seiner „Liebeserklärung an das Allgäu und die 60er-Jahre“, dass er seine Schäferhündin Dina habe zurücklassen müssen, dass das anhängliche Tier aber einen Platz in einer neuen Familie gefunden habe. Und dann lässt er, im letzten Absatz, den damaligen Kaufbeurer Oberbürgermeister Dr. Karl Wiebel hochleben, der am 30. April 1970 sein Amt abgegeben hat – nach 22-jähriger, erfolgreicher und wegweisender Amtszeit. Mit Wiebel und mit Rossners Abflug nach Nigeria geht eine Ära zu Ende – eine Epoche, die so nie wiederkehren wird, aber in „Allgäu Sixties“ weiterlebt. Ein Buch mit Nostalgie- und Leidenschaftsfaktor 10!

    Antwort
  2. Peter M. Roese

    Lieber Roland,
    ich bin ganz gerührt von Deinem ausführlichen Kommentar – danke! Ja, es war eine herrliche, interessante und stürnische Zeit. Vielen Dank, auch an Deine Kollegen von der Frankenpost. Bleibt nur noch zu ergänzen, daß trotz des Titels, ein Teil von „Allgäu Sixties“ in Franken spielt, nämlich in Neuhaus an der Pegnitz.
    Viele Grüße und alles Gute
    Peter

    Antwort
    1. Roland Rischawy

      Lieber Peter,
      es war mir ein Vergnügen. Vielen Dank für das Feedback. Wir bleiben in Kontakt.
      Ich wünsche Dir und allen Freunden und Bewunderern Deiner Internet-Seite fröhliche und besinnliche Weihnachtsfeiertage!
      Herzliche Grüße aus Hof in Bayern ganz oben
      Roland

      Antwort

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