Verbotene Früchte : Westradio und Westfernsehen in der DDR in den 60ern

ddr5Text von Detlev Bettker und Peter Roese. Die Fotos stammen alle von Detlev Bettker. Die hier gezeigten DDR-Propagandasender Deutscher Freiheitssender 904 (DFS 904) und Deutscher Soldatensender 935 (DSS 935] sendeten von Burg bei Magdeburg. Auf den Fotos sieht man die Reste der Sendeanlage 2015.
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Es gab in der DDR interessanterweise kein Gesetz, das den Bürgern das Hören und Sehen von Radio-und Fernsehsendungen aus dem Westen, sprich hauptsächlich der BRD, verbat.
Der SED und der Regierung waren solche Aktivitäten allerdings ein Dorn im Auge, denn man befürchtete, die eigenen Bürger würden der Propaganda des “Westlichen Klassenfeindes” verfallen.
Besonders fürchtete man die westlichen Werbesendungen, denn im Gegensatz zu den Bürgern im “Arbeiter- und Bauernstaat (oder Paradies)”,  wo immer wieder Versorgungsengpässe bei vielerlei Dingen des täglichen Gebrauchs auftraten, lebten die “Westler” offensichtlich in Saus und Braus.

ddr2Wer es wagte, seine Antennen gen Westen zu richten, mußte, wenn staatliche Stellen davon erfuhren, mit Repressalien und verschiedenen Benachteiligungen im Beruf usw. rechnen. ddr3Übereifrige FDJler drehten in den 60er Jahren nach Westen gerichtete Fernsehantennen um, oder brachen sie sogar ab.
Kinder im Kindergarten oder Schüler in Schulen wurden von Erziehern dazu animiert, Eltern und Verwandte zu denunzieren, die Westfernsehen sahen.
Die Schuldigen wurden erbarmungslos an den Pranger gestellt.
Für junge Leute in der DDR war es verlockend, Westsender einzuschalten, denn da waren Idole wie die Beatles, Rolling Stones usw. zu hören.
Detlev Bettker, der heute den “MemoryHits Fanclub” leitet, hat uns eine nette Story in diesem Zusammenhang geliefert.
Er ist in Zehren in Sachsen aufgewachsen.
Lassen wir ihn zu Wort kommen:
“Viel war da nicht los. ARD – Außer Raum Dresden. Da blieb fast immer nur das Radio. Radio Luxemburg, RIAS Berlin usw. Mein Vater nahm schon Anfang der 60er Jahre Musik auf Band auf. Als kleiner Junge bin ich so mit dieser Art Musik aufgewachsen. Deshalb entstand meine Liebe zu den MemoryHits mit Gerd Alzen. Meine Musik endet so etwa 1970, obwohl ich erst 1957 geboren wurde.” (Mail 25.03.2015)

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Beitrag von Peter M. Roese und Detlev Bettker – alle Fotos von Detlev Bettker

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