Archiv der Kategorie: – Geschichtliches

Verbotene Früchte : Westradio und Westfernsehen in der DDR in den 60ern

ddr5Text von Detlev Bettker und Peter Roese. Die Fotos stammen alle von Detlev Bettker. Die hier gezeigten DDR-Propagandasender Deutscher Freiheitssender 904 (DFS 904) und Deutscher Soldatensender 935 (DSS 935] sendeten von Burg bei Magdeburg. Auf den Fotos sieht man die Reste der Sendeanlage 2015.
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Es gab in der DDR interessanterweise kein Gesetz, das den Bürgern das Hören und Sehen von Radio-und Fernsehsendungen aus dem Westen, sprich hauptsächlich der BRD, verbat.
Der SED und der Regierung waren solche Aktivitäten allerdings ein Dorn im Auge, denn man befürchtete, die eigenen Bürger würden der Propaganda des “Westlichen Klassenfeindes” verfallen.
Besonders fürchtete man die westlichen Werbesendungen, denn im Gegensatz zu den Bürgern im “Arbeiter- und Bauernstaat (oder Paradies)”,  wo immer wieder Versorgungsengpässe bei vielerlei Dingen des täglichen Gebrauchs auftraten, lebten die “Westler” offensichtlich in Saus und Braus.
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Die Queen und Nehru 1964 (1965)

nehru1Text von Peter Roese und  Fotos von Reni Roese
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Durch Zufall stieß ich unter meinen Unterlagen auf eine alte Zeitung, das “ERLANGER Tagblatt” vom 28. Mai 1964. Zwei Schlagzeilen sprangen sofort ins Auge: „Elisabeth kommt im Mai 1965 nach Bonn“ und „Die Welt trauert um Nehru“.
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1962 – Der “Mittagsmörder” in Neuhaus an der Pegnitz

mittags1Text von Peter Roese und Foto von Reni Roese
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Am 2. November 1962, kurz vor Mittag, suchten meine Eltern die Zweigstelle der Sparkasse Eschenbach an der Bahnhofstraße in Neuhaus an der Pegnitz auf. Sie ahnten nicht, daß sich dort, kurz nachdem sie das Geldinstitut verlassen hatten, Schreckliches ereignen würde.
Gerade war das 12-Uhr-Läuten beendet, da betrat ein junger Mann die Sparkasse, um bei dem Sparkassenangestellten Helmut Holmer einen Hundertmarkschein wechseln zu lassen. Holmer begab sich in den Tresorraum, um das Wechselgeld zu holen.
Nach der Rückkehr fand er den jungen Mann, eine junge Mutter mit ihrem Töchterchen, sowie den 51jährigen Oskar Seidel vor. Weiterlesen

It’s the inner evolution, stupid!

ritter1Von Christa Ritter erhielten wir den nachfolgenden Text und auch die Fotos.
Wir bedanken uns!
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Wie sieht eine so wichtige Zeit wie der 68er Aufbruch mit heutigen Augen aus? Wir haben gewonnen? Trotz meiner Anfälle von Depression würde ich sagen: Ja! Denn die autoritär patriarchale Welt löst sich seit dieser radikalen Kündigung meiner Generation immer schneller auf. Nationen ade, Institutionen und Ismen vorbei. Alle ins Netz! Das Private ist politisch, tanzen heute die jungen Commons. Diesen Tanz erfand damals meine Generation.
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Der ESV (Eissportverein) Kaufbeuren in den 60er Jahren

eis1Karl Ilgenfritz sandte uns folgenden Artikel mitsamt den Fotos über den ESV (Eissportverein) Kaufbeuren in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts im Rampenlicht der Eishockey-Bundesliga. Wir bedanken uns!
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Die 60er Jahre – 1960 – 1969 – als „Prägungs-Zeitraum“ des ESVK.
Der ESV Kaufbeuren (ESVK), erstmals 1929 (VR vom 27. 6. 1929) gegründet, im Jahr 1935 (VR 27. 11. 1935) wieder aufgelöst, nach dem 2. Weltkrieg 1946 unter Georg Leitner jun. erneut ins Leben gerufen und am 3. 5. 1950 im Vereinsregister eingetragen , Weiterlesen

1964 – Blues in Thüringen

tautzLothar Tautz, Bundesvorstand von „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ e. V., sandte uns diesen Artikel, eine Rezension des Buches „Das Kunden-Buch“ von Michael Rauhut. Auch das Foto aus dem Jahre 1966 stammt von ihm. Wir bedanken uns!
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Wer 1964 als Jung-Teenager das Glück hatte, in Erfurt zu wohnen und in eines der begeisternden Konzerte der „Spotlights“ zu geraten, war in seinem Musikgeschmack und Willen zur Aufmüpfigkeit geprägt für´s ganze Leben. Dabei wären die vier Jungs im weißen Hemd und mit Lederschlips rein äußerlich für jede Schwiegermutter akzeptabel gewesen – nur der Sound… : „Diese Negermusik kommt mir nichts ins Haus“, sprach mein Vater streng und machte das Radio aus, wenn „She Loves You“ ertönte. Mit „I Cant Get No Satisfaction“ brauchte ich erst gar nicht anzufangen: „Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst…“.
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60er – Protest, Protestverhalten und Protestbewegung

zintdemo2Günter Gerstenberg aus München machte uns auf seine Seite protest-muenchen.sub-bavaria.de aufmerksam. Diese Seite berichtet von Initiativen und Protestbewegungen in München seit 1945 –  also auch aus den 60-er Jahren. Das Foto stammt von Günter Zint.
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Herr Gerstenberg schreibt:
Ein Blick auf Geschichte ist wie ein Blick auf Flusslandschaften. Wenn ihr über eine fliegt, seht ihr breite Ströme, Rinnsale, Bäche, die auch versickern können, Teiche, Zusammenflüsse. Einige Tümpel glitzern im Gegenlicht der untergehenden Sonne; sie trocknen langsam aus.
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