Archiv der Kategorie: – So lebten wir

Verbotene Früchte : Westradio und Westfernsehen in der DDR in den 60ern

ddr5Text von Detlev Bettker und Peter Roese. Die Fotos stammen alle von Detlev Bettker. Die hier gezeigten DDR-Propagandasender Deutscher Freiheitssender 904 (DFS 904) und Deutscher Soldatensender 935 (DSS 935] sendeten von Burg bei Magdeburg. Auf den Fotos sieht man die Reste der Sendeanlage 2015.
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Es gab in der DDR interessanterweise kein Gesetz, das den Bürgern das Hören und Sehen von Radio-und Fernsehsendungen aus dem Westen, sprich hauptsächlich der BRD, verbat.
Der SED und der Regierung waren solche Aktivitäten allerdings ein Dorn im Auge, denn man befürchtete, die eigenen Bürger würden der Propaganda des “Westlichen Klassenfeindes” verfallen.
Besonders fürchtete man die westlichen Werbesendungen, denn im Gegensatz zu den Bürgern im “Arbeiter- und Bauernstaat (oder Paradies)”,  wo immer wieder Versorgungsengpässe bei vielerlei Dingen des täglichen Gebrauchs auftraten, lebten die “Westler” offensichtlich in Saus und Braus.
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1960 – Der “Häuslebauer-Boom”, Teil 2

häusle4Text von Peter Roese und Fotos von Albert Roese.
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Im Frühjahr 1960 wurde also in die Hände gespuckt und die Arbeit begann. Dort, wo die Fundamente später ausgeschachtet werden sollten, mußte zunächst der Mutterboden abgetragen und das Gelände nivelliert werden. Dies alles geschah nicht etwa mit Maschinen, sondern in Eigenleistung, nur mit Schaufel und Schubkarre! Das war vielleicht eine Schinderei und in der sommerlichen Hitze floß so mancher Schweißtropfen.
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1960 – Der “Häuslebauer-Boom”, Teil 1

häusle1Text von Peter Roese und Fotos von Albert Roese.
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Die Wohnungssituation sah nach Beendigung des 2. Weltkriegs, gelinde gesagt, trostlos aus. Viele Städte waren nach den verheerenden Luftangriffen der Alliierten nur noch riesige Trümmerhaufen. Millionen Häuser und Wohnungen waren zerstört oder beschädigt. Zu den einheimischen Obdachlosen kamen noch Millionen von Flüchtlingen aus dem Osten, die eine Bleibe suchten.
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It’s the inner evolution, stupid!

ritter1Von Christa Ritter erhielten wir den nachfolgenden Text und auch die Fotos.
Wir bedanken uns!
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Wie sieht eine so wichtige Zeit wie der 68er Aufbruch mit heutigen Augen aus? Wir haben gewonnen? Trotz meiner Anfälle von Depression würde ich sagen: Ja! Denn die autoritär patriarchale Welt löst sich seit dieser radikalen Kündigung meiner Generation immer schneller auf. Nationen ade, Institutionen und Ismen vorbei. Alle ins Netz! Das Private ist politisch, tanzen heute die jungen Commons. Diesen Tanz erfand damals meine Generation.
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1969 – Zu Besuch bei einer deutsch-amerikanischen Familie

jeepText und Foto von Peter Roese
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Meine damalige Freundin hatte eine Tante, die mit einem Sergeant der US Army verheiratet war. Die wollten wir mal übers Wochenende besuchen. Die Tante wohnte mit ihrem Mann in der Housing Area Paul Revere Village, in Karlsruhe. Die Mutter meiner Freundin lieh uns für diese Fahrt großzügig ihren nagelneuen Opel Kadett.
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1960 – Der Traum vom Fliegen…

karl1tragflächeKarl Ilgenfritz, Historische Forschungsstelle Kaufbeuren, hat uns diese seltenen Aufnahmen zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns!
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Der Vater des jungen Karl Ilgenfritz arbeitete als Triebwerkmechanikermeister am Fliegerhorst Kaufbeuren.
Er nahm seinen Sohn ab und an zu einer “Besichtigungstour” mit auf seine Arbeitsstelle. Das war immer eine aufregende Sache für den Jungen, das quirlige Leben auf einem Fliegerhorst mit staunenden Augen zu betrachten.
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1964 – Blues in Thüringen

tautzLothar Tautz, Bundesvorstand von „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ e. V., sandte uns diesen Artikel, eine Rezension des Buches „Das Kunden-Buch“ von Michael Rauhut. Auch das Foto aus dem Jahre 1966 stammt von ihm. Wir bedanken uns!
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Wer 1964 als Jung-Teenager das Glück hatte, in Erfurt zu wohnen und in eines der begeisternden Konzerte der „Spotlights“ zu geraten, war in seinem Musikgeschmack und Willen zur Aufmüpfigkeit geprägt für´s ganze Leben. Dabei wären die vier Jungs im weißen Hemd und mit Lederschlips rein äußerlich für jede Schwiegermutter akzeptabel gewesen – nur der Sound… : „Diese Negermusik kommt mir nichts ins Haus“, sprach mein Vater streng und machte das Radio aus, wenn „She Loves You“ ertönte. Mit „I Cant Get No Satisfaction“ brauchte ich erst gar nicht anzufangen: „Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst…“.
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